Markt- und Konsumentenbarometer 2026

MKB_1

Wie in den vergangenen Jahren organisierte Agro-Marketing Suisse auch 2026 die Tagung «Markt- und Konsumentenbarometer». An der Veranstaltung nahmen knapp 60 Vertreterinnen und Vertreter der AMS-Mitgliedsverbände sowie des BLW teil.

Im ersten Teil wurden die Ergebnisse einer nationalen Befragung mit Schwerpunkt Landwirtschaft vorgestellt. Für diese als Monitor angelegte Studie werden jährlich rund 1’800 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz befragt.

Bei der Bereitschaft, für Schweizer Nahrungsmittel einen Mehrpreis zu bezahlen, zeigt sich zwischen 2024 und 2026 eine signifikante Steigerung des Ja-Anteils von 76 % auf 80 %. Die wichtigsten Gründe für die Mehrpreisbereitschaft sind, dass bei der Schweizer Produktion stärker auf Tierwohl geachtet wird, dass die Umwelt aufgrund kürzerer Transportwege weniger belastet wird und dass mit dem Kauf von Schweizer Lebensmitteln die regionale Wirtschaft unterstützt wird. Diese Hauptgründe wurden bereits in den vergangenen Jahren am häufigsten genannt. Die Bedeutung der geringeren Umweltbelastung durch kürzere Transportwege ist gegenüber 2024 jedoch deutlich zurückgegangen.

Ein weiteres Thema der Umfrage war die Wahrnehmung und Bewertung von Labels und Garantiemarken. Das Suisse Garantie-Logo erreicht 2026 eine sehr hohe gestützte Bekanntheit: 84 % der Befragten geben an, das Logo schon einmal gesehen zu haben. Die höchste Glaubwürdigkeit weisen AOP und Bio Suisse auf. Auch Suisse Garantie wird von 83 % der Befragten als eher bis sehr glaubwürdig bewertet.

MKB

Das Inputreferat zur digitalen Transformation in der Landwirtschaft zeigte auf, wie stark neue Technologien die Produktion bereits heute prägen. Am Beispiel der Milchproduktion wurde deutlich, dass Melkroboter einen grossen Umbruch ausgelöst haben. In der Schweiz sind bereits über 3’000 Melkroboter im Einsatz. Sie erfassen Daten zu Milchmenge, Milchqualität und Tiergesundheit und ermöglichen damit ein laufendes Monitoring der Tiere.

Weitere Beispiele zeigten, dass digitale Anwendungen in vielen Bereichen Einzug halten. Kamerasysteme und künstliche Intelligenz können einzelne Blacken gezielt erkennen und bekämpfen. Smarte Heubelüftungssteuerungen helfen, Strom und Kosten zu sparen. Digitale Bewässerungssysteme sollen den Wasserverbrauch reduzieren, indem nur dann bewässert wird, wenn Pflanzen tatsächlich Wasserstress zeigen.

Farm-Management-Informationssysteme ermöglichen es, Daten direkt per Mobiltelefon zu erfassen und möglichst nur einmal einzugeben. Die Umstellung auf digitale Systeme ist jedoch nicht immer einfach: Digitale Anwendungen können komplex sein, verursachen zusätzliche Kosten und erhöhen die Abhängigkeit von Strom- und Kommunikationsnetzen. Das Referat machte jedoch deutlich, dass administrative Vereinfachung ohne Digitalisierung kaum möglich ist. Entscheidend wird sein, die Chancen dieser Entwicklung zu nutzen und die Betriebe bei der Umsetzung gezielt zu unterstützen.